Was ist sinnvolles, „offenes“ Spielzeug?

August 2020

Wer kennt sie nicht aus eigenen Erinnerungen: Kinder, die einfach alles hatten. Der coole Mitschüler, der die tollsten, buntesten Spielzeuge besaß, welches die meisten von uns oft nur aus der Werbung kannten und von denen unsere Eltern uns im Kaufhaus stets wegzerren mussten.
Oft schwelgen wir selbst in unseren Erinnerungen, von den tollen Spielzeugen, die manche von uns hatten und manche eben nicht hatten. Und manche von uns, nun selbst Eltern, sind doch ganz froh, dass ihre Eltern immer selbst um „sinnvolles“ Spielzeug bemüht gewesen waren.

@Dr. Mandy Lange-Geisler

Was ist denn überhaupt sinnvolles Spielzeug?

„Sinnvolles Spielzeug“ oder „pädagogisch wertvoll“. Als Spielzeughersteller, der nicht nur auf die Zahlen fixiert ist sonder vor allem auch die Entwicklung der Kinder in den Blick nimmt, landen wir immerwieder bei diesen Begriffen. Immer wenn wir zu fassen versuchen, welche Art von Spielzeug wir (unseren) Kindern in die Hände geben wollen. Und vor allem, wenn es darum geht, was wir mit unserer kleinen Spielzeugfirma erreichen wollen.

- Sinnvoll, weil das Spielzeug Wertevorstellungen vermitteln soll, die wir selbst als gut und richtig erachten.
- Sinnvoll, weil massenhaft produziertes Plastikspielzeug, das bei unseren Kindheitsfreunden oft nach wenigen Tagen schon wieder unbeachtet in der Ecke lag, nicht unserer geteilten Idee von Wertschätzung entspricht.
- Sinnvoll, weil Kinder dem Spielzeug in ihren Händen ihren eigenen Sinn geben sollten. also offenes bzw. „open-ended“ Spielzeug, welches ganz unterschiedliche Spielarten ermöglicht! Friedrich Fröbel, der den Begriff „Kindergarten“ prägte, gab Kindern am liebsten nur drei aus Holz gefertigte Spielobjekte in die Hand: Kugel, Würfel und Zylinder.

Offenes Spielzeug fördert Kreativität und soziale Interaktion

In einer Studie aus den 90er Jahren wurde untersucht, wie sehr „realitätsgetreues Spielzeug“ (klassisches Massenwaren-Spielzeug á la Matchbox-Auto) Kinder bis vier Jahren zwar mehr ansprach als abstraktes Holzspielzeug, die Kinder jedoch auf eben genau die vorgegebene (Auto-)Bahn lenkte und wie wenig Platz dieses tatsächlich für die kreative Entfaltung des Kindes ließ.
Die Studie zeigte außerdem, dass Kinder zwischen fünf und sechs „vielfältiger und ausdauernder“ mit abstraktem Holzspielzeug spielten und dieses zudem den sozialen Austausch anregte, weil sie erst einmal den Spielpartnern den Sinn ihres abstrakten Spielzeugs vermitteln mussten.

Eltern entscheiden über den Sinn des Spielzeugs

Wieder landen wir bei dem Sinn von Spielzeug. Letztlich liegt es natürlich an den Eltern, welchen Sinn sie dem Spielzeug geben, das sie für ihre Kinder aussuchen: Ob es vornehmlich den Impuls des Kindes und dessen Reize mit knallig und bunt ansprechen soll oder die Kinder vielleicht einfach beschäftigen soll. Oder ob es dem Kind Moralvorstellungen vermitteln, seine Bewegung und Kreativität anregen soll und ob das Spielgerät den Austausch mit anderen Kindern stärken soll und den kreativen Prozess so auf die ganz unterschiedlichsten Bahnen zu lenken vermag.

@kassyx3rose

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